Fotos im Internet publizieren

Im Zeitalter der digitalen Fotografie werden massenhaft Bilder erzeugt. Zählt man selber zu der Fotografengilde, so gilt dies auch für einem selbst. Doch was tut man mit all diesen Fotos? Selber Freude daran haben? Oder sie der Allgemeinheit oder einem auserwählten Personenkreis zugänglich machen? Dia-Abend bei Opa ist längst Geschichte. Die Social-Media-Plattformen bieten da einen wesentlich erweiterten Aktionsradius. Was liegt also näher, als die Fotos zu publizieren. Dafür gibt es unzählige Plattformen. Ich gehe auf diejenigen ein, welche wir selber nutzen. Die Bemerkungen dazu widerspiegeln meine persönliche Meinung.

500px

Das in Toronto ansässige Unternehmen ist darauf ausgelegt, Profi- und ambitionierte Amateurfotografen zu ermuntern, ihre besten Werke hochzuladen. 500px wird als Plattform zur Darstellung ihrer Werke, zur Inspiration und zur Kontaktaufnahme zu anderen Fotografen gesehen. Die Seite verzeichnet über 13 Millionen registrierte Benutzer aus 190 Ländern. Die Bedienung ist im Browser oder per App möglich. 

Es gibt 4 Membership-Varianten: Free, Awesome, Pro und Pro mit Adobe-Fotografen-Abo. Für meine Zwecke ist Awesome mehr als ausreichend. Wer Bilder verkaufen will, sollte zum Pro-Abo greifen. Ich glaube aber nicht, dass 500px dafür die richtige Plattform ist.

Und ja, man möchte die Bilder ja nicht nur einfach online stellen. Zweck solcher Plattformen ist naturgemäss die Interaktion. Jeder hätte gerne viele Likes und Followers. Abstreiten ist zwecklos! Dafür muss man allerdings etwas tun.

Zum Verständnis: 
Fans = Fotografen, die mir folgen, also Followers, denen ich nicht zwangsläufig auch folge.
Freunde = Fotografen, denen ich folge, die mir aber nicht zwangsläufig auch folgen.

Registriert seit 2012 nutze ich die Plattform allerdings erst seit Mitte November 2018 regelmässig – d.h. täglich. Mit Stand vom Juli 2019 habe ich für aktuell ca. 100 publizierte Fotos gut 1000 Fans und etwas über 600 Freunde. Damit bin ich für diesen kurzen Zeitraum zufrieden, aber natürlich ein Würstchen gegen die Cracks. Fotografen mit >10’000 Fans haben dann i.d.R. schon ein sehr hochwertiges Portfolio. Beinahe ausschliesslich Top-Shots und sie folgen auch nicht jedem Knipser. Sei also nicht betupft, wenn du einem Daniel Kordan mit >170’000 Fans folgst und er seinerseits nicht dein Freund sein will. 

Die Zahl der Influencer, deren follow/unfollow-Verhalten wir aus Instagram kennen, hält sich im überschaubaren Rahmen. Das liegt ziemlich sicher auch an einer leicht versteckten Funktion. Fährt man mit der Maus über die Rubrik [Freunde] eines Fotografen, wird angezeigt, wieviele Personen heute und in den letzten 7 Tagen entfolgt worden sind. 
Das hat natürlich auch für dich selber Auswirkungen. Wenn du aus Gefälligkeit Hunderten von Usern folgst und diese eines Tages entfolgst, ist das 7 Tage lang in deinem Profil ersichtlich. Deshalb:

Hart bleiben! Wenn dir jemand folgt und dir dessen Bilder nicht gefallen, dann freunde dich auch nicht mit ihm an! Gib ihm ein paar Likes und gut ist. Ansonsten hast du ständig seine neuen beschisseneneidenen Bilder ständig auf deiner Startseite und dabei geht dir ev. ein wirklich gutes Bild zum Liken und kommentieren flöten.
Zuweilen als nervig treten bei mir Blümchenknipser und Vögeli-Fotografen in Erscheinung.  Auch Ersteller von lieblos, unachtsam und schludrig aufgenommenen Urlaubserinnerungen sind Fans, nur weil ich aus Gefälligkeit mal ein Bildchen gegengeliked habe. Hart bleiben! Und… politisch nicht ganz korrekt: Fotografen aus dem asiatischen Raum gehen mir gewaltig auf den Sack mit ihrer Bilderflut und ihrer aggressiven Art, einem als Fan gewinnen zu wollen! Sie liken zuweilen meine ganze Galerie durch oder folgen mir einfach, ohne ein Bild geliked zu haben. Auf deren Profil sieht man meistens eine Unmenge von unbrauchbarem Bildmaterial. Hart bleiben! 

Update 30.07.2019: 500px hat ein Major-Release eingespielt und den Server 10 Stunden dicht gemacht dafür. Danach war nichts mehr wie es war: Jede Menge Fehler, die sie nach und nach fixen müssen. Der legendäre, geheimnisvolle „Pulse“, quasi das Ranking für dich selber und deine Bilder, wurde offensichtlich umprogrammiert. Es braucht nun deutlich mehr Likes, Comments und Views um ein Bild in die „Popular“ Sektion zu bekommen. Und erst da finden sie Beachtung. Da der Pulse aber für alle gleich angewandt wird (das hoffe ich jetzt mal…) ist die Sache dennoch fair. 

Instagram

Mit Instagram habe ich etwa im September 2018 ernsthaft begonnen. Man sollte sich bewusst sein: Insta wurde erschaffen, damit jeder sein tägliches Leben mit dem Handy dokumentieren kann uns soll. Dem entsprechend findet man dort etwa 80 % einfach nur Müll, der nur für den Fotografen und sein nahes Umfeld von Interesse ist. Es finden sich aber auch viele wirklich gute Fotografen auf Insta. Diese Rosinen gilt es zu finden.
Dann haben wir noch die Influencer. (Servelat)promis mit manchmal beeindruckenden Fotos. Einziges Ziel: Du sollst ihnen folgen. Deine Fotos pfeiffen ihnen am Arsch vorbei. Haben sie dich als Follower, entfolgen sie dich tags darauf wieder wie ein Stück Dreck. Du warst nur Mittel zum Zweck. Das ist der Alltag auf Insta. Sie sind aber gut erkennbar. Sie folgen dir, liken aber kein einziges Bild. Sie haben abertausende von Followern, folgen selber aber höchstens ein paar hundert. Das sind die von der Abschussliste des Folgetages. Zum Glück gibt es Apps zur Auflistung von Entfolgern. Die sind zwar gemäss Insta-AGB verboten… 

Aaaber – viele meiner Freunde, Facebook-Freunde und auch ernsthafte und gute Fotografen finden sich auf Insta. Und wegen denen lohnt es sich zu bleiben. Es wird geliked und kommentiert. Es kommen auch neue und treue Follower dazu. Bei Insta bin ich eher grosszügig. Wenn jemand meine Galerie durchliked und mir  folgt, obwohl seine Fotos von eher durchschnittlilcher Qualität sind, folge ich ihm auch und like seine Pics, wenn sie mir halbwegs gefallen. Das ist das Spiel bei Insta – Do it or leave it.

Facebook-Fanpage

Aktuell betreibe ich noch eine solche, bin aber nicht sonderlich angetan davon. Eigentlich habe ich da nur Abonnenten,  mit denen ich auf meiner privaten FB-Page auch befreundet bin. Grund: Der eingeschränkte (Inter)aktionsradius. Den hält Facebook bewusst ganz eng und beackert mich täglich, ich möge doch ein paar Swissbucks investieren, um den Radius zu erweitern und so mehr Likers für meine Fanpage zu erhalten. Ich verdiene kein Geld mit meinen Fotos. Für Ruhm und Ehre brauche ich kein Geld zu investieren. 

Eigene Website

Das ist das, wo du gerade diesen Beitrag liest. Dem könnte man ein ganzes Buch widmen. Ich betreibe diese Website, weil ich Spass an der Materie habe. Die Site hat bei einem grundsoliden Schweizer Hoster sein Zuhause. Das kostet ein wenig mehr, aber dafür ist der Support auch gut und persönlich. Ich verwende das millionenfach verbreitete CMS WordPress. Mit exotischen CMS habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. WordPress ist kostenlos und halbwegs intuitiv bedienbar. Die Installation auf dem Webserver ist mit ein paar Mausklicks erledigt. Es gibt hunderttausende kostenlose und kostenpflichtige Templates, alle sind in einem gewissen Rahmen individuell anpassbar. 

 

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