Bildbearbeitung

Eine immer dauernde Kontroverse. Wer aussagt, dass seine Bilder zu analogen Zeiten auch nicht bearbeitet wurden, verbreitet Halbwissen. Jedes Labor hat ungefragt Korrekturen in Schärfe, Helligkeit, Kontrast und Sättigung vorgenommen. Ausnahme: Dias – die kamen quasi „unplugged“ zurück.

Mit meinem aktuellen Workflow werden die RAW-Bilder bereits beim Import vor der Karte mit einer sanften Grundschärfung versehen. Wer RAW-Bilder nicht schärft handelt sich Qualitätseinbussen ein. JPG-Bilder hingegen werden bereits in der Kamera geschärft – je nach Einstellung moderat bis extrem. 

Und ja! Ich mag Bildbearbeitung! Sie ist Bestandteil meines Hobbys und ich habe keine Skrupel, das Beste aus meinen Fotos herauszuholen. 
Und merke! Ein Bild das schon bei der Aufnahme vergeigt wurde, ist nur ganz selten mit Bildbearbeitung noch zu retten.

Adobe Creative Cloud Foto-Abo

Welche Tools dafür verwendet werden, ist eine Frage der Ansprüche und Vorlieben. Die Kamerahersteller liefern meist Programme mit, welche die hauseigenen RAW-Dateien bearbeiten können. Da Nikon die Frechheit hat, für die Vollversion Capture NX 2 über 200 Franken zu verlangen, bin schon seit längerem bei den bekannten Adobe-Produkten. Seit Einführung des Adobe Creative Cloud Foto-Abos für CHF 11.90 pro Monat bin ich dabei und habe ich immer die neusten Programmversionen von Lightroom und Photoshop auf dem PC.  Anfänglich als Promotion gedacht, wurde es millionenfach abonniert. Deshalb denke ich nicht, dass Adobe diesen Abopreis anheben wird. Die Strategie geht eher dahin, die Anwender in die Cloud zu schubsen und dann mit Cloudspeicher Einnahmen zu generieren.

Adobe Lightroom

Hat sich zum Quasi-Standard in der Bildverwaltung und Grundbearbeitung etabliert. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind so immens geworden, dass für Standardprozeduren kein Photoshop benötigt wird.  Lightroom arbeitet nondestruktiv. Alle Änderungen an einem Bild werden in einer Datenbank gespeichert und niemals direkt auf das Originalbild angewendet. Die Veränderungen kommen erst bei einem Bildexport zur Anwendung. Durch diese Technologie auch Wochen, Monate oder Jahre später jeder einzelne Bearbeitungsschritt wieder Rückgängig gemacht werden. 
Ernst zu nehmende AlternativenCaptureOneDXO OpticsProACDSee, Darktable

Adobe Photoshop

Immer noch mit Abstand die Nummer 1 in der Bildbearbeitung. Ist an Leistungsfähigkeit – aber auch an Komplexität – nicht zu übertreffen. Diverse Alternativprogramme kratzen am edlen Lack von Photoshop (PS). Einzelne Disziplinen beherrschen die Konkurrenzprodukte tatsächlich besser als der Grossmeister. In der Summe gesehen ist aber PS derzeit kaum zu schlagen. Er benötigt sehr viel Einarbeitung und das Anschauen von Praxistutorials ist unverzichtbar. Dafür überzeugen die Resultate.
Ernst zu nehmende Alternativen: Photoshop ElementsGIMP, Affinity Photo, Paint.NETPaintshopPro

Weitere Bildtools

NIK Collection

Die Tools laufen sowohl eigenständig als auch als Addons in Lightroom und Photoshop. Vor allem Silver Efex Pro und Color Efex Pro nutze ich gerne hin und wieder.   

Bedauerlich, wie diese extrem hochwertigen Tools herumgeschubst werden. Anfänglich wurden sie kommerziell vertrieben. Das ganze Paket kostete 2006 rund 650 Euro und wurde schon deswegen eher von Profis eingesetzt. Die Anwendung der „Filter“ basiert heute noch auf der U-Point-Technologie. Hat man sich erst einmal dran gewöhnt, ist der Workflow extrem schnell und effektiv.
2012 wurde NIK-Software von Google aufgekauft und weiter vertrieben, allerdings zum Schnäppchenpreis von 150 Euro für das Gesamtpaket. 
2016 hat Google die komplette Nik Collection zum kostenlosen Download freigegeben, sie jedoch nicht weiter entwickelt.

Wie weiter mit der NIK-Collection?

2017 hat der Foto-Software-Hersteller DxO hat die Nik Collection von Google erworben und entwickelt sie weiter.
Das sind gute Neuigkeiten, denn Google liess die immer noch exzellenten Effekt-Werkzeuge einen langsamen Tod sterben. 
Auf der DXO-Website ist die NIK-Collection für $69 im Angebot.  Für diesen Preis bekommt man viel Software fürs Geld. Die Tools sehen immer noch genau gleich aus, dem Vernehmen nach wurden sie „unter der Haube“ optimiert. Liest man darüber in den einschlägigen Social-Media-Gruppen, scheiden sich die Geister. 
Solange meine alten NIKs noch einwandfrei als LR-Plugins laufen, werde ich nicht nochmals bezahlen dafür.  Wir werden sehen….