Lag da Pigniu / 10.09.2017

[Tag 8] 8.00 Uhr – kein Grund zur Eile. Man hört durchs halb geöffnete Zimmerfenster wie der Regen herunterprasselt. Ein schüchterner Blick aus dem Balkon Richtung andere Talseite: Oha – es hat heruntergeschneit bis nach Obersaxen. Die Wetter-App bestätigt dies unterdessen, aber es soll ab 14.00 Uhr ein wenig aufhellen und keine Niederschläge mehr geben. Gut die Zeit nach dem Frühstück zu nutzen, um etwas am Reisetagebuch zu schreiben und Fotos auszusortieren.

13.15 Uhr, es nieselt noch, wird aber heller. Wir bleiben beim Lag da Pigniu (Panixerse) als Tagesziel und fahren um 13.30 los. Via Rueun gehts mit dem Auto hoch bis Pigniu (Panix ). Dort parkieren wir etwa  2 Kilometer vor der Staumauer. Ganz bequeme Gemüter können auch bis kurz vor den Staudamm fahren.

Es hat Nebel und die Sonne ist am Durchdrücken, schafft es aber nie ganz. Dadurch entsteht eine Vielzahl von Lichtstimmungen, die uns durchwegs besser gefallen als lückenlos blauer Himmel.
Dann ca. 20 Minuten Gehzeit bis ans hintere See-Ende, wo zwei Wasserfälle entdeckt werden wollen. Der Rechte ist etwas sehr hoch oben um “nah dran” zu sein, der Linke ist sehr gut erreichbar in ca. 10 Minuten über einen steil hoch führenden Pfad. Wir haben hier etwas Zeit eingeplant, um den ND-Filter für Langzeitbelichtungen zu testen (macht flauschiges Wasser). Die Ergebnisse erfüllen unsere Erwartungen, stelle aber erneut fest, dass ein BigStopper ev. die bessere Wahl gewesen wäre.

Dann ist die Zeit doch ziemlich schnell vorbeigegangen und es ist Zeit für den Rückweg. Den Apéro haben wir geistig schon gestrichen.

Wir schaffen es aber rechtzeitig zum Nachtessen und sind durchwegs zufrieden mit der Ausbeute dieses Regentages.

Geschichtliches

Im Oktober 1799 musste die zuvor siegreiche Italien-Armee des russischen Generals Alexander Suworow quer über die Alpen vor den Franzosen flüchten. Die erschöpften Russen zogen sich in das enge Glarnerland zurück und suchten einen Ausweg über Elm und den bereits verschneiten Panixerpass ins Bündnerland. Am 6. / 7. Oktober 1799 erreichten noch 15000 der ursprünglich 25000 Soldaten der Suworow-Armee das 70-Seelen-Dörflein Panix. Die verzweifelten russischen Soldaten plünderten das Dorf, um nicht zu verhungern. Sie zündeten alle Ställe und Häuser an, um sich zu erwärmen, und schlachteten auch noch das letzte Stück Vieh im Dorf. Einen Tag und eine Nacht später zog die Suworow-Armee weiter nach Chur, von wo aus sie über die St. Luzisteig nach Österreich gelangte.

Das riesige Gemälde des Bündner Künstlers Martin Valär an der Staumauer erinnert an diese Überquerung vom Panixerpass. Suworow wird als wankender blauer Turm dargestellt. Seine gefallenen Soldaten erhalten durch die Schach-Bauernfiguren ein Denkmal.

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