Rheinschlucht / 13,09.2017

[Tag 11] Jawohl, es handelt sich nicht um das Finale, welches wir uns vorgenommen und bis zum Schluss aufgespart hatten. Vorgesehen war Alp Quader – Bifertenhütte – Kistenpass – Kistenpasshütte und zurück nach Alp Quader. Konditionell eine Herausforderung, machbar in einem Tag, bzw. ca. 7-8 Stunden Wanderzeit. Aber bei 2600 m.ü.M. muss schon alles stimmen. Gestern hat es weit herunter geschneit und der Wetterbericht hatte von Nebel über Sonne bis leichten Niederschlag alles im Programm. Also: Solche Touren sollte man nicht erzwingen – ist gestrichen… vorläufig.

Ursi hat noch eine Rheinschlucht-Tour in petto. Interessant, normalerweise sieht man die nur von oben. Die Wander-App findet durchaus attraktive Strecken. Wir entschieden uns für Tamins/Reichenau – Trin – Brücke – Burgruine Wackenau – Tamins/Reichenau. Das klingt jetzt reichlich unspektakulär – in Tat und Wahrheit eine wunderbare Route. Mit etwa 13 Kilometer Länge – die Aufs und Abs sind nicht zu vernachlässigen – war es die absolut richtige Entscheidung. Der Anfang ist flach, der Weg führt parallel zur Schmalspur-Linie der Rhätischen Bahn. Hin und wieder kommt ein Zügli vorbei, die Lokführer winken. Es ist schon speziell: Hier kann niemand mit dem Auto hinfahren. Entweder du gehst zu Fuss oder setzt dich ins Zugli. No other Way. Wir wandern dem extrem schön und modern angelegten Weg bis zum schnuckligen Bahnhof Trin. Jaja – dort halten die Züge wirklich an. Nach weiteren 200 Metern stehen wir auf der “Punt Ruinaulta” – einer modernen Hängebrücke über den Rhein. Wir fotografieren dieses schöne Stück Brückenbau ausgiebig und folgen dem Weg am anderen Flussufer. 2 Schichten weg bis zum T-Shirt. Der Weg wird schnell sehr steil und noch steiler und scheint nicht aufzuhören. Nach ca. 180 Höhenmetern wird es flach. Wieder etwas den Flüssigkeits-Haushalt reguliert und weiter gehts.

Nächstes Ziel ist die Ruine der Burg Wackenau. Nach abenteuerlichen, schmalen Wegen, die Trittsicherheit erfordern, gelangen wir auf ein ebenes Stück breiten Weg. Kurze Zeit später der Abzweiger [Rne Wackenau]. Unspektakulär – zuerst. Plötzlich kommt starkes Gefälle in den wurzelbewachsenen Weg und voilà – da sehen wir schon mal die Mauerreste. Jaja – altes Steine eben. Doch halt! Was für ein filigraner, schmaler Pfad will uns zu den alten Steinen führen? Fasziniert nehmen wir den Weg unter die Füsse – zuerst steil bergab, danach ebenso steil hoch gelangen wir zur Ruine. Vorsicht, Trittsicherheit und auch ein wenig Schwindelfreiheit sind durchaus nützlich. Auf dem grössten verbliebenen Steinhügel machen wir es uns bequem und schauen rundum auf die Gebirgslandschaft und in die an dieser Stelle etwa 180 Meter tiefe Rheinschlucht. Alles faszinierend. Wir müssen uns beinahe zwingen, diesen Ort zu verlassen – wir haben noch ein paar Kilometer vor uns. Der Rest der Wanderung ist idyllisch, und nicht mehr weiter anstrengend. Was für ein wunderschönes, faszinierendes Finale unserer Ferien.

Wetterbedingt fahren wir morgen Donnerstag nach Hause und haben so noch 3 Tage, bevor uns der Alltage wieder hat.

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